Freitag, 14 Mai 2021 11:09

Perspektivwechsel: Christi Himmelfahrt

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)
Unter der A 61 Unter der A 61 privat

"Ach, du Schei...! Was für ein Reinfall!" Normalerweise kann ich mich auf mein Bauchgefühl und Gottes Wege verlassen. Aber hier hatte ich wohl nicht richtig hingehört. In meiner FB-Gruppe schreibe ich rein informativ über meine Wandertouren, gebe Tipps etc. So verbinde ich zwei meiner liebsten Hobbys, das Wandern und das Schreiben, in einer Sache. Da mein Hund altersbedingt etwas schwächelte, habe ich kurzerhand meine Pläne für Christi Himmelfahrt umgeworfen und rasch nach einer kürzeren Weg-Alternative im Internet gesucht. Gefunden. Los.

Gemäß dem Motto "Morgenstund hat Gold im Mund" sind wir sehr zeitig los, wollte ich doch unbedingt vermeiden, in lautstarke Vatertagsvergnügen zu geraten. Daher war ich wohl auch noch etwas müde und grummelte vor mich hin, als ich nicht, wie im Netz angegeben, einen Parkplatz vorfand. Also musste ich noch etwas suchen und Umwege durch Baustellen in Kauf nehmen. Na, toll! Endlich auf dem Pfad der Ziele angekommen, liegt ein langer Asphaltweg vor mir. Hätte ich mir morgens etwas mehr Zeit gelassen, hätte ich dies vielleicht auch in den Rezessionen lesen können. Jetzt war es zu spät zum Umkehren. Da mussten wir durch. Und der Asphalt zog sich vehement weiter durch die Felder...Was war das eigentlich für ein stetes Surren in meinen Ohren? Die Autobahn. Direkt vor mir, mehr noch. Nach ein paar Minuten stand ich mit einer winselnden Hündin unmittelbar unter der Autobahnbrücke. Was für ein Lärm. Dennoch zieht mich das Bauwerk in seinen Bann. Meine innere Stimme rät mir, Platz zu nehmen. Hier direkt am obersten Pfeiler. Und mitunter merke ich, wie sich meine Perspektive (ver-)ändert. Himmelfahrt. Mein Blick geht gen Himmel. Gegen die meterdicke Betondecke über mir. Und ich darf die Schönheit und vermeintliche Vollkommenheit der Brücke sehen... Auf den nächsten Kilometern begegnet mir noch viel Asphalt, Verkehr, Brücken, Bundesstrassen...Wie soll ich denn bitte diesen Weg meinen Lesern schmackhaft beschreiben? Aber wie war das vorhin mit der Brücke? Sollte ich vielleicht mal die Perspektive ändern? Und ich drehe mich um...sehe die aufsteigende Sonne, das Tal im Nebel, die Weinberge glitzern im Tau...Wie schön!!! Mein Blick schweift wieder Richtung Himmel, dankbar diesen Impuls zu spüren. Durch den Perspektivwechsel kann sich nun auch meine innere Einstellung positiv verändern und ich erkenn die Schönheit heute in anderen Details. Nicht wie sonst häufig in Traumliegen, tollen Bänken, verwunschenen Pfaden, Klettersteigen... heute sehe ich Wetter, Atmosphäre, Frieden, Himmel und die Erkenntnis, dass alles im Auge des Betrachters liegt und man eben manchmal einen Perspektivwechsel in Kauf nehmen muss.

Wie sooft denke ich, diesen Impuls, diesen Gedanken, den schickt der Himmel.

Es steht ja kein Schild auf dem Weg:

"Hier Perspektivwechsel!".

Nein, während ich laufe ist der Gedanke da, das Gefühl in meinem Herzen. Was für ein tolles Gefühl. "Dich schickt der Himmel!" ist doch einfach nur schön. Schenkt Vertrauen, Verlässlichkeit, macht Mut. Noch weitere zwei Stunden wandere ich umher, begegne keiner einzigen Menschenseele, aber viele Tieren und Pflanzen. Schließlich erfasst mich mein eigener Christi Himmelfahrt - Gedanke: Christ sein bedeutet auch, eine Bereitschaft zu entwickeln, ein Gespür dafür zu bekommen, so zu leben, dass andere spüren, mich hat der Himmel geschickt. Auch wenn ich vor dieser Aufgabe zunächst recht großen Respekt habe, weiß ich doch, die Hilfe und Unterstützung wird da sein. Einfach so. Vom Himmel gesandt.

 Bilder und Infos zum Wanderportal findest du hier: https://m.facebook.com/groups/35137518261411/permalink/371087970990132/

 

Gelesen 276 mal Letzte Änderung am Freitag, 14 Mai 2021 12:01
Alexandra Heer

Alexandra Heer hat sich mit SeelenGrund eine Heimat geschaffen, die es ihr erlaubt, neben Pädagogin und Mutter, viele verschiedene Rollen ausleben und füllen zu dürfen. Dem Texten und Komponieren ihrer Lieder geht stets eine eigene, persönliche thematische Auseinandersetzung voraus, welche sich in der musikalischen Darbietung erspüren lässt. Basierend auf einem christlichen Gottesbild setzt sie ihre irdischen Erfahrungswerte über Beziehung, Gemeinschaft, Werteverständnis in eine mögliche Kommunikationsebene zu Gott. In ihrem Blog berichtet die Sängerin über Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen rund um ihre Wahlheimat "SeelenGrund".

Schreibe einen Kommentar

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.